DRK appelliert an Arbeitgeber, Hilfskräfte freizustellen

 

Einsatz während der Corona-Krise - Artikel vom 07. Juli 2020 in der Tageszeitung "Die Glocke" 

DRK appelliert an Arbeitgeber, Hilfskräfte freizustellen

Normalerweise sitzt Theresa Merschbrock, Rechtsanwalts- und Notarsfachangestellte aus Rietberg-Neuenkirchen, fünf Tage in der Woche an ihrem Schreibtisch in der Bielefelder Anwaltskanzlei Streitbörger. Doch seit dem Corona-Ausbruch im Kreis Gütersloh ist alles anders. Im Schnitt einmal pro Woche erreicht die 29-Jährige jetzt ein Einsatzbefehl des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Dann bleibt der Business-Dress im Schrank, und Theresa Merschbrock schlüpft in ihre Dienstkleidung: Weißes T-Shirt, orangefarbene Hose und schwere schwarze Schuhe. Als ehrenamtliche Einsatzkraft des DRK steht Merschbrock dann in St. Vit an der Essensausgabe. Dort kümmert sie sich darum, dass die Helfer von DRK, Malteser Hilfsdienst (MHD), Arbeitersameriterbund (ASB), Johannitern und Bundeswehr ausreichend mit Nahrung und Getränken versorgt werden.

 

Vor ihrem Einsatz hat Theresa Merschbrock mit ihrem Chef in der Kanzlei gesprochen. Anwalt Oliver Meinert, für den sie tätig ist. Meinert: „Da wird nicht lange überlegt. Klar stellen wir so eine Mitarbeiterin frei. Das gehört schließlich zum guten Ton.“ 

 

Auch Sebastian Hillemeyer, Maschinenbautechniker bei Miele, hat im Alarmierungsfall keine Probleme mit der Freistellung. Der 29-jährige DRK-Gruppenführer aus Rietberg-Varensell: „Mein Chef unterstützt das, und auch von den Kollegen gibt es nur Zustimmung.“

 

Doch nicht überall öffnen sich für die DRK-Ehrenamtlichen am Arbeitsplatz alle Türen. Vor allem der lang andauernde Corona-Einsatz scheint so manches Unternehmen an den Rand der Belastbarkeit gebracht zu haben. „Einsatzkräfte kurzfristig zur Versorgung hilfsbedürftiger Personen zu mobilisieren, gelingt uns nach wie vor im Großen und Ganzen gut“, sagt Stefanie Merschbrock, die im DRK-Einsatzstab des Kreises für die Personal-Rekrutierung verantwortlich zeichnet. Schwieriger sei dagegen die Situation bei geplanten ganztägigen Einsätzen. 

 

Umso mehr erfreut ist das Deutsche Rote Kreuz über die im Kreis Gütersloh noch immer große Zahl von Firmen, die ihre Beschäftigten für den Kampf gegen das Corona-Virus freistellen. „All diesen Unternehmen sind wir zu großem Dank verpflichtet“, sagt der Kreisrotkreuzbeauftragte Jürgen Strathaus, der die Hilfsorganisation im Krisenstab des Kreises vertritt. Gleichzeitig appelliert der Langenberger an die Firmen, ihre Mitarbeiter auch weiter für Hilfseinsätze freizustellen. 

 

 

© Foto DRK Kreisverband Gütersloh e.V.

 

DRK-Helferin Theresa Merschbrock kümmert sich normalerweise um die Verpflegung der Einsatzkräfte. Für das Foto kontrolliert sie den Bestand des Lebensmittellagers in Verl.

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Infos zum DRK Kreisverband Gütersloh: www.drk-guetersloh.de

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